Dreiersprung

Der Dreiersprung ist der Anfangssprung im Eiskunstlaufen, also der erste richtige Sprung, den man oft lernt. Bei diesem Sprung geht es darum, vom linken Fuß abzuspringen und auf dem rechten Fuß zu landen oder wenn man nach rechts springt von rechts abspringen und auf links landen. Man beginnt mit Schwung auf dem Eis, springt ab, dreht sich eine halbe Umdrehung in der Luft, und landet dann sicher auf dem anderen Fuß.
Salchow

Der Salchow ist einer der grundlegenden Sprünge im Eiskunstlauf und gehört zur Gruppe der sogenannten Kantensprünge. Das bedeutet, dass man nicht mit der Zacke des Schlittschuhs in das Eis schlägt, sondern den Schwung direkt aus der Laufbewegung nimmt. Man fährt dabei rückwärts auf der inneren Kante eines Beins an. Während der Körper eine Kurve beschreibt, schwingt das freie Bein in einer weiten, bogenförmigen Bewegung nach vorne oben. Dieser kraftvolle Schwung zieht den Läufer förmlich vom Eis in die Luft und leitet gleichzeitig die Rotation ein. Nach der Drehung landet man, wie bei fast allen Sprüngen, sicher auf dem anderen Bein auf der äußeren Kante und gleitet rückwärts aus. Weil die Bewegung so fließend in den Sprung übergeht, wirkt der Salchow oft besonders elegant und dynamisch.
Toeloop
Der Toeloop ist einer der am häufigsten gesprungenen Elemente im Eiskunstlauf und gehört zur Kategorie der Tupfsprünge. Anders als beim Salchow nutzt man hier die Zacke des Schlittschuhs (den „Toe Pick“), um sich vom Eis abzustoßen. Man fährt dabei meistens rückwärts auf der äußeren Kante an. Während man das Gewicht auf dem Standbein hält, tippt man mit der Zacke des anderen Fußes kurz und kräftig hinter sich in das Eis ein. Dieser Impuls wirkt wie ein Sprungbrett und katapultiert den Läufer direkt nach oben in die Drehung. Da der Absprung durch das Einstechen sehr stabil ist, wird der Toeloop extrem oft als zweiter Sprung in einer Sprungkombination verwendet. Die Landung erfolgt dann wieder geschmeidig rückwärts auf der äußeren Kante des Beins, mit dem man gerade eben noch getupft hat.

Rittberger
Der Rittberger gehört wie der Salchow zur Gruppe der Kantensprünge, kommt aber ohne den großen Beinschwung aus. Man fährt dabei rückwärts auf der äußeren Kante des Standbeins an. Das Besondere ist die Beinhaltung kurz vor dem Abheben: Das freie Bein wird vor das Standbein gekreuzt, sodass die Beine fast wie eine Feder gespannt wirken. Da man sich nicht mit der Zacke abstößt, kommt die gesamte Kraft für den Sprung aus dem Knie und der Hüfte des Standbeins sowie aus einer leichten Körperdrehung. Man drückt sich also direkt von der Außenkante des Schlittschuhs in die Luft, rotiert um die eigene Achse und landet schließlich wieder auf derselben äußeren Kante, mit der man den Sprung begonnen hat. Wegen dieser Technik gilt der Rittberger als sehr rhythmisch und wird in Wettbewerben extrem häufig als zweiter oder dritter Teil einer Sprungkombination direkt an einen anderen Sprung angehängt.

Flip

Man nähert sich dem Sprung meistens rückwärts auf der inneren Kante des einen Schlittschuhs. Während man diese Kurve hält, tippt man mit der Zacke des anderen Fußes kräftig hinter sich in das Eis ein, um sich in die Luft zu katapultieren. Dieser Moment ist entscheidend: Der Absprung erfolgt also aus einer Innenkanten-Position, unterstützt durch den „Toe Pick“. In der Luft dreht sich der Körper, bevor man schließlich wie gewohnt auf der äußeren Kante des anderen Beins rückwärts landet. Das Besondere am Flip ist das Zusammenspiel aus der stabilen Innenkante und dem explosiven Stoß durch die Zacke, was ihm eine sehr kraftvolle Optik verleiht.
Lutz

Das Besondere am Lutz ist, dass er im Gegensatz zu fast allen anderen Sprüngen sozusagen auf der „falschen Seite“ bzw. gegen die natürliche Drehrichtung gesprungen wird. Während man bei anderen Sprüngen die Kurve nutzt, um in die Rotation hineinzugehen, fährt man beim Lutz auf einer äußeren Kante, die eigentlich in die entgegengesetzte Richtung der geplanten Drehung führt. Man muss also im Moment des Absprungs mit der Zacke den Widerstand der ursprünglichen Fahrtrichtung überwinden, um den Körper in die richtige Rotation zu zwingen. Dieser „Gegenzug“ macht den Lutz technisch so anspruchsvoll und sorgt für diese ganz spezielle Optik, bei der man erst eine lange, weite Kurve nach außen zieht, bevor man plötzlich nach innen wegspringt.
Axel

Der Axel ist der einzige Sprung im Eiskunstlauf, der vorwärts abgesprungen wird, was ihn für Zuschauer am einfachsten erkennbar macht. Da alle Sprünge im Eiskunstlauf jedoch rückwärts gelandet werden, hat der Axel eine Besonderheit: Er hat immer eine halbe Drehung mehr als alle anderen Sprünge. Ein "einfacher" Axel ist also eigentlich eine eineinhalbfache Drehung.
Man fährt dabei meistens in einer weiten Kurve rückwärts an, wechselt dann aber kurz vor dem Absprung auf die vorwärts-auswärtige Kante des linken Beins (bei Rechtshändern). In dem Moment, in dem man abspringt, schwingt das freie Bein kraftvoll nach vorne oben, fast so, als würde man eine unsichtbare Stufe hinaufsteigen. Dieser Vorwärtsschwung gibt dem Sprung seine enorme Weite und Höhe. In der Luft rotiert der Körper dann die anderthalb, zweieinhalb oder sogar dreieinhalb Runden, bevor man wie gewohnt stabil rückwärts auf der äußeren Kante des anderen Beins landet. Wegen dieser zusätzlichen halben Drehung und dem direkten Absprung nach vorne gilt der Axel als der technisch schwierigste und prestigeträchtigste Sprung überhaupt.
Pirouetten
Die Standpirouette
Die Standpirouette ist die Basis jeder Grundausbildung und wirkt durch ihre aufrechte Haltung besonders klar und elegant. Bei dieser Form dreht sich der Eiskunstläufer auf einem Bein, während das andere Bein meistens locker neben dem Standbein gehalten wird. Eine besondere Steigerung der Schwierigkeit ist die sogenannte Himmelspirouette. Hierbei biegt der Läufer seinen Oberkörper weit nach hinten oder zur Seite, was extreme Beweglichkeit im Rücken erfordert. Oft sieht man dabei auch, wie der Kopf fast waagerecht zum Eis steht, während die Arme kunstvoll über dem Körper gehalten werden. Eine weitere Variante ist die Kreuzpirouette, bei der die Beine während der Drehung übereinandergeschlagen werden. Da der Körper dadurch sehr schmal wird, nimmt die Drehgeschwindigkeit durch die physikalischen Gesetze massiv zu, was für die Zuschauer oft wie ein wahrer Wirbelwind aussieht.
Die Sitzpirouette
Die Sitzpirouette verlangt dem Athleten eine enorme Kraft in den Beinen ab, da sie im Grunde eine einbeinige Kniebeuge während einer schnellen Rotation darstellt. Das Gesäss muss sich dabei mindestens auf der Höhe des Knies befinden, damit das Element von den Preisrichtern anerkannt wird. Das freie Bein wird meistens gerade nach vorne gestreckt, was eine enorme Spannung im gesamten Körper voraussetzt. Es gibt jedoch auch schwierigere Abwandlungen wie die Pilzpirouette. Bei dieser klappt der Läufer seinen Oberkörper flach über das angewinkelte Bein, sodass er fast wie zusammengefaltet wirkt. Eine andere Form ist die Variante mit dem eingeklappten Bein, bei der das freie Bein seitlich oder hinter dem Körper fixiert wird. Diese Positionen verlagern den Schwerpunkt und machen es deutlich schwerer, die Balance auf dem winzigen Drehpunkt der Kufe zu halten.
Die Waagepirouette
Bei der Waagepirouette bildet der Körper des Läufers eine waagerechte Linie, die fast parallel zur Eisfläche verläuft. Das Standbein bleibt gestreckt, während das freie Bein und der Oberkörper in einer Geraden nach hinten gestreckt werden, sodass die Silhouette an den Buchstaben T erinnert. Diese Pirouette ist besonders anfällig für Gleichgewichtsstörungen, da der Hebelarm des gestreckten Beins sehr gross ist. Eine der schwierigsten Variationen in dieser Kategorie ist die Donutpirouette. Hierbei greift der Sportler hinter seinem Rücken nach dem Schlittschuh des freien Beins und zieht diesen so weit zum Kopf, dass der gesamte Körper eine geschlossene Kreisform annimmt. Das sieht nicht nur spektakulär aus, sondern erfordert auch eine ausserordentliche Dehnung in der Hüfte und im Rückgrat.
Die Bielmann Pirouette
Die Bielmann Pirouette gilt als das absolute Prunkstück in Sachen Flexibilität und ist technisch gesehen eine extreme Form der Standpirouette. Der Läufer greift dabei mit beiden Händen hinter dem Kopf nach der Kufe des nach oben gestreckten Beins. Durch den starken Zug wird das Bein weit über den Kopf nach oben gezogen, sodass der Körper eine Tropfenform bildet. Nur sehr wenige Athleten verfügen über die nötige Beweglichkeit in den Schultern und im Rücken, um diese Position über mehrere Umdrehungen stabil zu halten. Wegen ihrer Komplexität und der hohen körperlichen Belastung wird sie oft als das schwierigste Pirouettenelement eingestuft und bringt in Wettbewerben entsprechend hohe Punktzahlen ein.
Die Sprungpirouette
Die Sprungpirouette kombiniert die Dynamik eines Sprungs mit der Präzision einer Drehung. Der Läufer stösst sich kraftvoll vom Eis ab, vollführt eine Flugphase und landet direkt in einer fest definierten Pirouettenposition. Ein bekanntes Beispiel ist der Todessprung, bei dem der Athlet in der Luft fast waagerecht liegt und anschliessend tief in einer Sitzpirouette landet. Da der Aufprall auf dem Eis direkt in die Rotation umgewandelt werden muss, ist das Timing hierbei entscheidend. Wenn die Landung nur um Millimeter verschoben ist, verliert die Pirouette sofort ihren Schwung oder der Läufer stürzt. Diese Elemente eröffnen oft die technischen Programme und sorgen für einen energetischen Einstieg in die Vorführung.


